1. Die digitale Welt übertrumpft das reale Leben.
2. Das Subjekt ist nicht der “digitale Mensch”, sondern der digitalisierte Mensch.
3. Unser Leben ist digitalisiert, folglich ist es kein “Leben” mehr.
4. „Digitalisieren”, das heißt, dass Zahlen an die Stelle von Emotionen, Ideen und Handlungen treten.
5. Wir leben jetzt hauptsächlich im Raum der Zahlen und im Raum dessen, was in der Form von Zahlen dargestellt werden kann: Es handelt sich dabei um eine Form der Herrschaft, deren Ausmaß uns noch völlig unbekannt ist.
6. Die digitale Welt entfernt uns immer mehr vom realen Leben, und wir leugnen diese Ausartung, weil sie offensichtlich ist und die Dinge zu sehr in Frage stellt.
7. „Digitalisieren”, das heißt immer auch bestimmen, erstarren, sterilisieren, veröden und schließlich auch: töten.
8. Der digitalisierte Mensch kann sein Leben weder orientieren noch führen: er ist digitalisiert ¬ also denkt er nicht, also ist er nicht.
9. Der digitalisierte homo numericus akzeptiert, dass er nichts mehr ist: das Abziehbild von etwas oder jemandem, dessen Spur man verloren hat.
10. „Triumphieren“, das bedeutet selbstverständlich, dass das „Reale“ zum Anhängsel wird, aber auch, dass die „Realität“ niemanden mehr interessiert, und schließlich: Dass das „Digitale“ sich selbst genügt.